Vorbereitung für die Operation
Die stationäre Aufnahme erfolgt meist einen Tag vor der Operation.
Der Patient wird nochmals über die bevorstehende Operation aufgeklärt und abschließend auf Narkosefähigkeit, Bewegungsumfang und Gelenkstabilität untersucht.
Der Ablauf eines Kniegelenkersatzes
Darstellung des Ablauf einer Operation am Beispiel eines zementierten, kompletten Oberflächenersatzes in klassischer OP-Technik
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Einleiten der Narkose
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Rückenlagerung des Patienten auf dem Operationstisch
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Wahlweises Anlegen einer Blutdruckmanschette am Oberschenkel
Um den Blutverlust während der Operation zu minimieren, werden Operationen am Kniegelenk in Blutleere und damit fast ohne Blutverlust während des Eingriffs durchgeführt. Bei arteriellen Durchblutungsstörungen, schwerem Krampfaderleiden und bereits stattgehabter Thrombose des Beines muss man auf eine Blutleere verzichten.
Desinfektion des Beines und steriles Abdecken des OP-Gebietes
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Zugang zum Kniegelenk mittels eines vorderen, geraden Hautschnitts und Durchtrennung der Kapsel innenseitig der Kniescheibe
Es gibt alternative Zugänge wie zum Beispiel den vorderen äußeren Zugang bei Kniescheibenproblemen oder den geschwungenen Payr-Schnitt. Die modernste Variante ist der verkleinerte innenseitige Zugang unter weitestgehender Schonung der Oberschenkelmuskelsehne, der so genannte minimal invasive Zugang.
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Meniskusreste, Vernarbungen, entzündete Gelenkinnenhaut und das vordere Kreuzband werden entfernt.
Abweichend davon wird bei Schlittenprothesen das vordere Kreuzband erhalten. Beim kompletten Oberflächenersatzmuss das hintere Kreuzband manchmal abgelöst werden beziehungsweise wird von einigen Operateuren prinzipiell entfernt.
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Die abgenutzten Gelenkflächen an der Oberschenkelrolle und dem Schienbeinkopf werden entsprechend der Abnutzung und Fehlstellung mit Hilfe von Sägelehren entfernt.
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Eine Probeprothese wird eingesetzt, um die notwendigen Weichteilkorrekturen durchzuführen
Eine optimale Ausbalancierung der Bandstabilität ist für die Funktion und Haltbarkeit des künstlichen Kniegelenkes von enormer Bedeutung. Hierzu müssen die Distanz zwischen Ober- und Unterschenkel in der Beuge- als auch Streckstellung möglichst gleich sein. Gleichzeitig muss die Spannung des Innen- und Außenbandapparates in Beugung und Streckung ausgeglichen sein. Die Verankerung der Originalprothese erfolgt mit Zement oder zementfrei. Wahlweise wird die Rückfläche der Kniescheibe belassen oder durch eine Kunststoffprothese ersetzt.
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Um Blutergüsse zu vermeiden, werden vor dem Verschließen der Wunde zwei dünne Schläuche (Redondrainagen) eingelegt, die meist für zwei Tage verbleiben. Hautklammern oder Nähte verschließen die Wunde. Diese werden nach zwölf Tagen wieder entfernt. Für ca. vier bis sechs Wochen wird das Tragen von Kompressionsstrümpfen empfohlen.
Die Operationsdauer liegt im Allgemeinen zwischen 60 und 90 Minuten.
Komplikationen und Risiken einer Knieoperation
Während der Operation
- Verletzung benachbarter Strukturen (Bänder, extrem selten Gefäßverletzungen in der Kniekehle)
- Knochenbrüche
Nach der Operation
- Wundheilungsstörungen und Infektionen
- Blutergüsse und Nachblutungen
- Thrombosen
- geringe Beinlängenunterschiede
- vorzeitige Lockerung der Prothese
Nachsorge
Erste krankengymnastische Übungen werden unter fachlicher Anleitung bereits ein bis zwei Tage nach der Operation durchgeführt.
Am zweiten oder dritten Tag sind die Redondrainagen entfernt, so dass die krankengymnastischen Übungen intensiviert werden können.
- Wund- und Laborkontrollen
- Thrombosevorbeugende Maßnahmen (Heparinspritzen und Kompressionsstrümpfe)
- Stationärer Aufenthalt von ein bis zwei Wochen
- Physiotherapeutische Nachsorge, eventuell so genannte Anschlussheilbehandlung (ambulant oder stationär für drei Wochen)